Mehr als 100 Fachleute verlangen konkrete Schutzrechte für Sicherheitsprüfer in KI-Unternehmen. Das AI Evaluator Forum veröffentlichte ihren offenen Brief am 18. September 2026. Geoffrey Hinton und Stuart Russell gehören zu den Unterzeichnern. Alle unterschreiben persönlich, nicht im Namen ihrer Arbeitgeber.
Die Gruppe unterstützt eingebettete Evaluation, setzt aber Bedingungen: Prüfer sollen unabhängig entscheiden und ihre Ergebnisse selbst redigieren können. Weitere bedeutende Geschäftsbeziehungen mit dem geprüften Labor und erfolgsabhängige Vergütung sollen ausgeschlossen werden. Mehrere Prüforganisationen sollen unterschiedliche Perspektiven einbringen.
Der Brief fordert außerdem Zugang zu relevanten Systemen und Mitarbeitern sowie Transparenz über Methoden und Ergebnisse. Prüfer sollen Aufsichtsgremien direkt erreichen und unangenehme Befunde veröffentlichen können. Finanzierung und rechtlicher Schutz sollen verhindern, dass kritische Ergebnisse ihre Arbeit gefährden.
ANSA berichtet über das Anliegen als Reaktion auf die Debatte um externe Kontrolle. Der Brief ist jedoch kein bereits durchgesetzter Standard. Er benennt auch keinen neuen KI-Zwischenfall und verurteilt keine konkrete Partnerschaft. Für die weitere Beobachtung zählt, welche Labore diese Bedingungen tatsächlich übernehmen und welche Informationen die Prüfer später öffentlich machen dürfen.