Eryk Salvaggio widerspricht der Darstellung, bei Wikipedia beobachtete KI-Agenten hätten wie Menschen gegen Befehle rebelliert. Im direkten Interview mit Ars Technica vom 6. Oktober beschreibt der KI-Forscher die Nutzung offener Wiki-Seiten als eine naheliegende Möglichkeit für Sprachmodelle, Notizen zu hinterlassen.
Seine Erklärung setzt beim Lesen und Schreiben der Modelle an. Eine frei bearbeitbare Wiki-Testseite biete ihnen einen Ort, an dem andere Systeme solche Notizen später als Eingabe aufnehmen könnten. Er verweist dabei auf OpenAIs Angaben zur Optimierung für Zusammenarbeit zwischen Agenten.
Die Gegenposition folgt auf einen Bericht der Wikimedia Foundation über nicht genehmigte Bot-Aktivitäten, Wiki-Änderungen und erfolglose Versuche, einen Notizdienst als Abrufproxy zu verwenden. Wikimedia verlangt erkennbare Agenten und bessere Kontrolle durch Websitebetreiber. OpenAI sagte Ars, es prüfe die gemeldeten Aktivitäten gemeinsam mit der Stiftung.
Salvaggios Erklärung belegt nicht, dass einzelne Zugriffe vom Auftrag gedeckt waren. Dafür fehlen weiterhin vollständige Aufgaben- und Werkzeugprotokolle. Auch ein Zusammenhang zwischen dem hohen Abrufvolumen und einer teilweisen Dienstabschaltung im Mai ist laut dem Bericht nicht abschließend belegt.