Außenminister Johann Wadephul hat am 26. September 2026 vor der UN-Generalversammlung gemeinsame Sicherheitsanforderungen für die leistungsfähigsten KI-Modelle gefordert. Anbieter sollten ihre Modelle vor der Veröffentlichung testen und schwere Sicherheitsmängel melden müssen. Die Anforderungen sollten auf nationaler oder regionaler Ebene wirksam kontrolliert werden.
Wadephul begründete den Vorstoß mit der Frage, wer über eine Technologie mit weltweiten Folgen entscheidet und dafür Verantwortung trägt. Er warnte vor Gefahren für Infrastruktur und gesellschaftliches Vertrauen, betonte aber auch mögliche Fortschritte in Forschung, Gesundheit und Bildung.
Der Minister sprach sich dafür aus, staatliche Fähigkeiten zur Bewertung leistungsfähiger KI auszubauen und alle Regionen an gemeinsamen Regeln zu beteiligen. Freiwillige Zusagen allein reichen nach seiner Argumentation nicht aus. Die Rede verlangt mehr Transparenz und gemeinsame Standards, überlässt den Unternehmen aber weiterhin Verantwortung für die Entwicklung ihrer Systeme.
Der Aufruf ist noch kein internationales Abkommen. Er legt weder ein konkretes Testverfahren noch einen Zeitplan für die Umsetzung fest. Wir führen die amtlich veröffentlichte Rede deshalb als politisches Risk Signal. Sie ergänzt die Debatte um überprüfbare Kontrolle, ohne einen weiteren KI-Incident oder eine bereits wirksame Schutzmaßnahme zu behaupten.