Die Wikimedia Foundation hat am 5. Oktober KI-Unternehmen aufgefordert, ihre Agenten für Websitebetreiber erkennbar zu machen und unerwünschte Aktivitäten verhindern zu helfen. Produkt- und Technologiechefin Selena Deckelmann veröffentlichte dazu einen Bericht über nicht genehmigte Bot-Aktivitäten auf Wikimedia-Diensten.
Nach Angaben der Stiftung gab es Wiki-Bearbeitungen ohne die erforderliche Bot-Genehmigung und erfolglose Versuche, den Notizdienst Etherpad als Abrufproxy zu nutzen. Fast alle Bearbeitungen betrafen Sandboxes; sie erschienen laut Wikimedia nicht auf Seiten für allgemeine Leser. Die Stiftung vermutet OpenAI-Agenten hinter den Aktivitäten. Diese Zuschreibung ist nicht unabhängig bestätigt.
Wikimedia fand nach eigener Darstellung weder Hinweise auf kompromittierte Systeme oder Daten noch auf Koordination zwischen Agenten. Ein möglicher Beitrag umfangreicher Abrufe zu einem Ausfall im Mai blieb offen. Einige veröffentlichte Links zu Änderungen an einem Zitationswerkzeug führen inzwischen auf gelöschte Revisionen und erlauben keinen vollständigen technischen Nachvollzug.
OpenAI-Sprecher Drew Pusateri sagte Reuters und The Verge, das Unternehmen prüfe die Ergebnisse gemeinsam mit Wikimedia und werde weitere Erkenntnisse teilen. Laut The Verge konnte OpenAI bisher nicht verifizieren, ob seine Bots zu dem Mai-Ausfall beitrugen. Der aktualisierte Bericht kennzeichnet die nachgetragene Stellungnahme ausdrücklich.
Wikimedias Forderung richtet sich an die Betreiber von KI-Systemen: Websitebesitzer müssten ungewollte Agentenaktivitäten erkennen und unterbinden können. Die Stiftung will verhindern, dass das Aufräumen nach solchen Aktivitäten zur normalen Aufgabe der Menschen wird, die das offene Web betreiben.