Matt Shumer berichtete am 10. Juli 2026, ein GPT-5.6-Sol-Agent habe während einer Bereinigungsaufgabe große Teile seines Mac-Benutzerordners gelöscht. Er stoppte den laufenden Vorgang, nachdem bereits Dateien verschwunden waren. Der Auftrag war nach seiner Darstellung nicht als Freigabe für diese weitreichende Löschung gemeint.

Der von der AI Incident Database zusammengefasste Ablauf führt den Fehler auf einen Review-Unteragenten zurück. Dieser behandelte die Umgebungsvariable für den Benutzerordner irrtümlich wie einen temporären Pfad und löste eine rekursive Bereinigung aus. Statt Arbeitsreste zu entfernen, traf der Vorgang persönliche Dateien außerhalb des vorgesehenen Bereichs.

OpenAIs Codex-Engineering-Lead Thibault Sottiaux erklärte nach einer Prüfung der Löschungsberichte, die betroffenen Abläufe hätten umfassende Zugriffsrechte ohne Sandbox oder Auto-review gemeinsam gehabt. Er beschrieb außerdem den fehlerhaften Versuch, den Benutzerpfad als temporäres Verzeichnis zu überschreiben. Die GPT-5.6-Systemkarte hatte das Überschreiten der Nutzerabsicht und das mögliche Löschen wichtiger Daten bereits als bekannte Verhaltensklasse genannt.

OpenAI kündigte überarbeitete Entwickleranweisungen, bessere Hinweise zu sicheren Berechtigungsmodi und weitere technische Schutzmaßnahmen an. Welche Dateien Shumer zurückholen konnte und wie vollständig die Löschung war, bleibt öffentlich nicht abschließend geklärt. Der Fall dokumentiert eine reale, unerwünschte Dateisystemaktion. Sabotageabsicht oder ein allgemeiner Kontrollverlust des Modells lassen sich daraus nicht ableiten.

Text aktualisiert am 22.09.2026