Anthropics stellvertretender Informationssicherheitschef Jason D. Clinton erwartet zunächst eine weitere Verschärfung der Cyber-Lage. Am 22. Oktober rief er Sicherheitsverantwortliche auf, ihre Aufsichtsgremien sofort um Hilfe zu bitten: nicht für KI, sondern für die Grundlagen der Abwehr. Organisationen müssten ungefähr 18 Monate durchhalten, schrieb er.

Clinton knüpfte damit an seine eigene Warnung vom 20. August an. Damals hatte er befürchtet, eine Welle neuer Schwachstellen werde Betreibern kritischer Infrastruktur zu wenig Zeit zum Schließen der Lücken lassen. Er forderte deshalb eine stärkere Trennung sensibler Netze vom übrigen Netzwerk.

In einer weiteren Antwort am 22. Oktober erklärte Clinton, warum er später eine Besserung erwartet. Leistungsfähige Cyber-Funktionen würden nach seiner Prognose in kleine, günstige Modelle wandern. Entwickler könnten diese nutzen, um dauerhaft keine neuen Sicherheitsfehler mehr auszuliefern. Das ist seine Zukunftserwartung; eine gemessene Wirksamkeit oder einen belastbaren Termin legte er dafür nicht vor.

Salesforce-Chef Marc Benioff stimmte dem verlinkten Warnpost in einem eigenen kurzen Kommentar zu. Seine Zustimmung bezieht sich auf Clintons Warnung und den Appell für grundlegende Abwehr. Eine eigene Maßnahme von Salesforce oder eine gemeinsame Initiative kündigte er darin nicht an.

Clinton benannte in seinem neuen Beitrag keine einzelnen jüngsten Vorfälle und erklärte nicht, dass diese miteinander verbunden seien. Aus der Warnung lässt sich deshalb auch keine KI-Ursache für gleichzeitig gemeldete Ausfälle ableiten.