Kann eine eigene Rechtsform KI-Agenten besser kontrollierbar machen? Rechtswissenschaftler Yonathan Arbel verteidigt Delawares Ansatz gegen die Kritik von US-Abgeordnetem James Comer. In einem am 26. Oktober veröffentlichten Bloomberg-Law-Bericht widerspricht er der Vorstellung, das Modell schütze vor allem große KI-Labore vor Verantwortung.
Arbel, Professor an der University of Alabama, hält den Vorschlag für ein Mittel, KI-geführte Unternehmen rechtlich zu ordnen. Seiner Einschätzung nach könnte er es sogar erleichtern, Investoren und Muttergesellschaften verantwortlich zu machen. Das ist seine juristische Bewertung, kein bereits bestätigtes Ergebnis einer praktischen Erprobung.
Martin Petrin von der York University in Toronto setzt einen anderen Schwerpunkt. Er erwartet, dass weitere Staaten ähnliche Modelle verfolgen könnten. Ein bundesweiter Rahmen könne nach seiner Darstellung Sicherheitsbedenken und einen Wettbewerb um immer lockerere Regeln begrenzen. Petrin bezeichnet Comers Unterlagenanforderung zugleich als sehr weitgehend.
Beide Positionen stammen aus eigenen E-Mail-Antworten an Bloomberg Law. Sie sind keine gemeinsame Initiative. Während Comer vor Haftungslücken warnt und Unterlagen bis zum 9. November verlangt, diskutieren die Wissenschaftler, ob und unter welchen Regeln KI-geführte Firmen verantwortlicher handeln könnten. Eine verabschiedete Bundesregel oder nachgewiesene Schutzwirkung folgt daraus nicht.