70 Tage lagen im Median zwischen der ersten erfassten Fehlhandlung eines KI-Agenten und dem öffentlichen Bericht darüber: Zu diesem Ergebnis kommt Manifold Security in einem am 27. Oktober vorgestellten Incident Ledger. Die Zahl beruht auf 43 Fällen mit verwendbaren Datumsangaben, nicht auf sämtlichen 59 Einträgen.
Eine Nachrechnung der öffentlich sichtbaren Tabellenwerte ergibt ebenfalls 70 Tage. Sieben der 43 Intervalle sind als ungefähr markiert; bei einem nur monatsgenau bekannten Datum setzt Manifold die Monatsmitte an. Bei 16 Fällen fehlt eine berechenbare Zeitspanne. Gemessen wird ab der ersten zugeordneten Handlung einer Ereigniskette, die nicht zwingend schon der später bekannt gewordene Einbruch war.
Auch Entdeckung und Veröffentlichung sind unterschiedliche Zeitpunkte. Vom Bekanntwerden beim Betreiber bis zur öffentlichen Offenlegung nennt Manifold einen Median von 20 Tagen, diesmal für 39 Fälle mit beiden Angaben. Diese Zahl hat also einen anderen Nenner als die 70-Tage-Auswertung.
In der gesamten Auswahl wurden laut Manifolds Klassifikation elf Fälle durch eine Sicherheitskontrolle entdeckt, 18 bei einer späteren Prüfung und 16 durch bereits sichtbare Schäden. Acht wurden über einen externen Bericht bekannt; bei sechs bleibt der Erkennungsweg unklar. Das sind Kategorien der Auswertung, keine gemessenen Erfolgsraten aller eingesetzten Sicherheitskontrollen.
Das Register nimmt auch nur berichtete und strittige Fälle auf. Zum Prüfzeitpunkt kennzeichnete es 34 als bestätigt, 21 als berichtet und vier als strittig. Die 59 Einträge sind deshalb nicht mit 59 unabhängig bestätigten Vorfällen gleichzusetzen.
Manifold verkauft selbst Sicherheitsprodukte für KI-Agenten. Seine Auswertung macht eine konkrete Offenlegungslücke in der eigenen Auswahl sichtbar, liefert aber weder eine repräsentative Vorfallhäufigkeit noch eine Rangliste sicherer und unsicherer Modellanbieter. Wie viel früher technische Kontrollen jeden einzelnen Fall hätten erkennen können, lässt sich aus den Medianspannen allein nicht ableiten.