UNIDIR-Direktor Robin Geiss hat am 20. Oktober in New York davor gewarnt, dass KI den Raum für menschliche Entscheidungen im Krieg immer stärker verdrängt. Nach dem offiziellen UN-Bericht betrifft seine Sorge auch den nuklearen Bereich. Bei der Pressekonferenz stellte er die Frage, ob Maschinen Menschen als Ziele auswählen und töten sollen.
Geiss beschrieb kürzere Zeitspannen zwischen Zielerkennung und Angriff sowie schwer durchschaubare Systeme als Eskalationsrisiken. Gegenüber Journalisten sagte er laut Associated Press auch, es sei schwierig festzustellen, an welchem Punkt tatsächlich menschliche Kontrolle verloren gehe. Seine Warnung benennt eine unsichere Entwicklung, keinen neu untersuchten einzelnen Angriff.
Für den 22. Oktober kündigte er ein neues Forum des UNIDIR-Zentrums für KI, Frieden und Sicherheit an. Geplant sind freiwillige Leitlinien für verantwortliches Verhalten der Industrie, ein gemeinsames Vokabular für KI-Sicherheit und Arbeiten zum möglichen Missbrauch durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppen.
Zum Zeitpunkt der Ankündigung lagen diese Arbeiten noch vor dem Forum. Geiss verwies zugleich auf geopolitische Hindernisse für gemeinsame Regeln. Ob die angekündigten Gespräche zu konkreten und wirksamen Schutzmaßnahmen führen, bleibt offen.