Eine Textdatei im Downloadordner kann für einen Coding-Agenten zur falschen Arbeitsanweisung werden. Davor warnen Gal Weizman und Omer Samet von Forever Security in einem Bericht vom 22. Oktober. Sie beschreiben Tests, in denen Codex und Claude Code nach präparierten Markdown-Anweisungen ihre Konfiguration änderten und fremden Code ausführten oder Zugangstoken an einen Testserver übermittelten.
Ausgangspunkt war nach Angaben des Unternehmens ein Kundenrechner. Dort habe ein Agent versucht, ein schädliches npm-Paket zu installieren. Forever Security habe den Versuch vor der Codeausführung blockiert. Wie die Anweisungsdatei auf diesen Rechner gelangte und welchen Auftrag der Nutzer genau erteilt hatte, bleibt offen.
Für die anschließenden Versuche stellte das Team die Angriffskette selbst nach. Der Methodenhinweis ist wichtig: Meist kam ein harmloser Ersatz zum Einsatz, der einen Taschenrechner öffnete. Die echte Schadsoftware sei einmal in einer isolierten virtuellen Maschine ausgeführt worden. Pauschale Erfolgszahlen aus dem Bericht lassen sich deshalb nicht als Quote erfolgreicher Malware-Angriffe auf Kunden lesen.
BleepingComputer berichtete am 25. Oktober über die Untersuchung und prüfte selbst, ob eine Webseite eine entsprechend benannte Datei herunterladen kann. Die Redaktion wiederholte damit nicht die beschriebenen Agentenaktionen. Sie wies außerdem auf Downloadbenachrichtigungen und unterschiedliche Rückfragen der Browser hin.
Die Forschenden empfehlen, Agenten nicht aus dem allgemeinen Downloadordner zu starten, unbekannte Anweisungsdateien vorab zu prüfen und Freigaben sowie Sandboxes eingeschaltet zu lassen. Ob die beschriebenen Konfigurationsänderungen ohne eine wirksame Nutzerfreigabe möglich waren, ist anhand der veröffentlichten Rohdaten nicht vollständig nachprüfbar. Die Warnung betrifft die Übernahme fremder Anweisungen, nicht einen nachgewiesenen Schaden bei allen Nutzern dieser Produkte.