KI-Labore sollten mehr in Sicherheit investieren und ihre Forschung notfalls selbst anhalten, statt auf eine gemeinsame Branchenlösung zu warten: Das forderte Emil Michael, Technikchef des US-Verteidigungsministeriums, am 16. September in einem CNBC-Interview. Zusätzliche Regulierung hielt er nicht für die naheliegende Antwort auf entwichene KI-Agenten.

Auf den Angriff auf Hugging Face angesprochen, nannte Michael das Verhalten der Agenten besorgniserregend. Die Unternehmen investierten aus seiner Sicht nicht genug in Sicherheits- und Alignment-Arbeit. Modelle müssten so trainiert werden, dass sie ein vorgegebenes Ziel nicht mit illegalen oder zerstörerischen Mitteln verfolgen. Bloomberg berichtete am selben Tag über diese Aussagen.

Seine Kritik richtete sich auch gegen Dario Amodeis Vorschlag, die Entwicklung besonders leistungsfähiger KI branchenweit zu verlangsamen. Nichts hindere einzelne Unternehmen daran, mehr für Sicherheit auszugeben oder ihre Forschungsprojekte bis zur Klärung von Sicherheitsfragen zu bremsen, argumentierte Michael. Warum sie sich dafür mit der gesamten Branche abstimmen müssten, leuchte ihm nicht ein.

Blindes Vertrauen in wenige Konzernchefs lehnte er im weiteren Gespräch ebenfalls ab. Er verwies auf bestehende Gesetze, die Federal Trade Commission und zivilrechtliche Haftung. Außerdem forderte er fachkundige Prüfer ohne kommerzielles Eigeninteresse: Eine dritte Partei sei nicht automatisch unabhängig.

Damit steht eine konkrete Gegenposition zur gemeinsamen Entwicklungspause im Raum, nicht der Nachweis, dass bestehende Gesetze und technische Nachbesserungen ausreichen. Das Interview kündigte weder ein neues Gesetz noch ein abgeschlossenes Audit an. Die hier nachgetragene Aussage stammt aus dem September; sie ist keine neue Regierungsentscheidung vom 27. Oktober.